Massandra-Palais


Fürst Semjon Woronzow, der 1856 Massandra von seinem Vater Michail geerbt hatte, gab 1881 den Bau eines Schlosses im Stil der frühen französischen Renaissance des 17. Jh. im oberen Massandra in Auftrag.

Doch schon ein Jahr später starb der Fürst. 1889 kaufte Zar Alexander III. die Bauruine in Massandra. Er engagierte den bekannten russischen Architekten deutscher Herkunft Messmacher, der den vorgefundenen Bau durch ein weiteres Stockwerk und Balkone ergänzte sowie den Turm an der Ostfassade vergrößerte. Auch seinem zweiten Bauherrn war es nicht beschieden, die Fertigstellung des Palais zu erleben. Alexander III. starb am 20. Oktober 1894 im Alter von nur 49 Jahren.

Alexanders III. Sohn und Nachfolger Nikolaj II. widmete sein Interesse jedoch ausschließlich dem Weinanbau in Massandra und seiner Lieblingsresidenz Liwadija. Das Palais geriet abermals ins Abseits. 1900 wurde jedoch endlich der Weiterbau beschlossen. Im März 1902 wurde das Palais nach über 20 Jahren fertiggestellt. Das Ergebnis war ein dreistöckiges, phantasievoll gestaltetes Jagdschloss, das Massandra-Palais. Die Innenausstattung ließ allerdings zu wünschen übrig, es fehlte an Möbeln und Beleuchtung. Aus diesem Grund wurde das Palais von der Zarenfamilie nur zu Ausflügen und Picknicks genutzt.

Als 1921 die Immobilien des Adels von der Sowjetmacht konfisziert wurden, erklärten die neuen Herren das Gebäude zunächst für „nicht bewohnbar“. Erst 1929 wurde in dem verschmähten Jagdschloss ein Sanatorium eingerichtet. Später als Regierungs-Datscha genutzt, emfingen hier Stalin, Chruschtschow und Breshnjew auch ausländische Staatsgäste. In der Bevölkerung wird das Palais auch als Stalin-Datscha bezeichnet. Das Gebäude wurde 1992 für die Öffentlichkeit als Museum freigegeben.


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