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Die Potjomkinschen Dörfer

Sicherlich haben Sie schon einmal im Zusammenhang mit dem Vortäuschen falscher Tatsachen von dieser Redensart gehört. Sie hat ihren Ursprung in einer drei Monate dauernden Reise von Katharina der Großen. Sie wollte sich selbst vom Stand der Dinge in den 1783 annektierten neurussischen Gebieten überzeugen und die Arbeit ihres Generalgouverneurs Fürst Potjomkin begutachten.

Katharina II. wählte dafür das Jahr 1787, das 25. Jubiläum ihrer Thronbesteigung. Ende April, nachdem das Eis auf dem Dnjepr geschmolzen war, ruderte die Flotte von Kiew aus los. Sie bestand aus sieben mit Gold, Girlanden und Blumen geschmückten Galeeren im römischen Stil, die Potjemkin für diesen Zweck hatte anfertigen lassen. Der Hofstaat, die Bediensteten und der Proviant folgten in 80 kleineren Schiffen mit 3000 Mann Besatzung.

Am 20. Mai traf die Zarin mit ihrem Gefolge in Bachtschissaraj ein. Potjomkin hatte entlang der geplanten Reiseroute von Cherson (Hafenstadt an der Mündung des Dnjeprs ins Schwarze Meer) nach Sewastopol auf dem Landweg hölzerne „Paläste“ zum Ausruhen und Übernachten sowie Brücken zimmern lassen. Der Gebietsregent von Tauris kam zusätzlich auf die Idee, die Wegstrecke der Delegation zu markieren und alle 10 Werst (1 Werst = 1,067 km) einen Obelisk zu Ehren der Kaiserin aufzustellen. Von diesen Meilensteinen der Katharina sind fünf erhalten geblieben, einer davon direkt vor dem Palast der Krim-Khane.

Die Zarin verbrachte 3 Tage in dem prächtig hergerichteten Palast, bevor sie nach Sewastopol weiterreiste. Sie stiftete der 5000 Seelen zählenden muslimischen Bevölkerung Bachtschissarajs noch zwei Moscheen, da die Polygamie der Tataren und der damit verbundene Kindersegen ihrer Besiedlungspolitik entgegen kam.

Auf diese Reise hatte Katharina eine Reihe hochkarätiger ausländischer Diplomaten und Landesherrscher eingeladen. Darunter waren der polnische König Stanislaw, der inkognito reisende österreichische Kaiser Josef II. und der französische Botschafter Graf de Ségur.

Dieser schrieb über die Reise folgende Zeilen in sein Tagebuch: „Der immer und in allem außergewöhnliche Potjomkin kommt hier so tatkräftig und rege vor, wie faul in St. Petersburg. Es ist, als ob er verstünde, durch Zauber alle möglichen Hindernisse zu überwinden, Mängel zu vertuschen... An den Ufern standen Haufen von Menschen, die von allen Seiten kamen und gingen, sie wollten den feierlichen Zug der Kaiserin sehen... Städte, Dörfer, Gutshöfe, manchmal auch einfache Hütten waren derart mit Blumen, bemalten Dekorationen und Triumphbögen geschmückt, dass ihr Aussehen das Auge täuschte, und schienen wundervolle, durch Zauberei geschaffene Städte zu sein... Indem er die Kaiserin mit solchen Wundern umgab, als sie durch die Ländereien, die erst vor kurzem mit Waffen untergekriegt wurden, vorbeifuhr, hoffte Potjomkin, ihren Ehrgeiz zu erregen und ihr den Wunsch und den Mut einzuflößen, sich zu neuen Eroberungen zu entschließen.“

Vielleicht waren es diese Eindrücke, die den sächsischen Gesandten und Widersacher Potjomkins veranlassten, am Hof in St. Petersburg zu verbreiten, Potjomkin habe Pappdörfer und Attrappen aufgebaut und die immer wieder gleichen, gutgekleideten Bauern und Viehherden von einem Ort zum anderen gebracht. Der sächsische Gesandte hatte an dieser Reise übrigens gar nicht teilgenommen. So war die Legende von den Potjomkinschen Dörfern aus Neid geboren.


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